Jeden Monat erstelle wir ein Moodboard für die Mitglieder meiner Facebook-Gruppe „Bea’s Mixed Media and More“. Im Juni lautet das Thema „Die Stimmung von Türkis“ – sattes Meeresblau, Petrol und der ganze Schimmer des warmen Sommerwassers.
Normalerweise dienen Moodboards als Inspiration für Bildmotive. Doch diesen Monat bin ich einen ganz anderen Weg gegangen: Ich habe mich von den Farben zu etwas völlig Abstraktem leiten lassen.
Das Ergebnis ist eine Seite, die ich „Unter dem Meer“ genannt habe – und sie ist vielleicht eine meiner Lieblingsseiten aus dieser Serie.

Der rein farbbasierte Ansatz bei Moodboards
Ich sage oft, dass mir Farben alles bedeuten. Kräftige, lebendige, manchmal neonfarbene Töne. Aber diese Seite hat mich daran erinnert, wie viel entstehen kann, wenn man alles andere weglässt und die Farbpalette für sich selbst sprechen lässt.
Ich habe keine Bilder vom Moodboard übernommen. Keine Muscheln. Keine Mode. Ich habe mir einfach dieses Meer aus Türkis und Petrolblau angesehen und gefragt: Wohin will das führen?
Die Antwort war: nach unten – tief, dunkel und schimmernd. Unter dem Meer.
Was ich verwendet habe
Diese Seite befindet sich in meinem Fabriano Drawing Journal (30×30 cm), in dem es eine wahre Freude ist, Journalseiten zu gestalten, die etwas mehr Präsenz haben sollen.
Materialien:
· Acrylfarben – Türkis, Petrolblau, mit Untermalung in Ocker- und Rosttönen
· Modellierpaste – für Struktur und Tiefe
· Gel-Matt-Medium – hier ein sehr wichtiger Hinweis (siehe unten!)
· Gold- und Kupfermetallfolien
Ein Hinweis zu Gel-Matt vs. Gel-Glanz: Auf Leinwand greife ich immer zu Gel-Glanz. Es hat eine wunderschöne leuchtende Qualität und funktioniert wunderbar unter und über Folie. Aber in einem Kunstjournal bleibt das Glanzmedium klebrig – und wenn man das Journal schließt, drücken die Seiten aneinander und kleben fest. Das will man nicht. Deshalb verwende ich in Journalen immer Gel-Matt. Es trocknet glatt und sauber, bietet guten Halt für die Folie und sorgt dafür, dass sich die Seiten richtig verhalten.
Was mich überrascht hat
Den diagonalen Verlauf hatte ich nicht geplant. Ich habe eine Untermalung aus lockeren Türkis- und Petrol-Lasuren aufgetragen, Modellierpaste für die Textur hinzugefügt, und als ich dann die Metallfolien auftrug – gruppierten sie sich ganz natürlich zu einer diagonalen Linie, die von der unteren linken zur oberen rechten Seite der Seite verläuft.
Es fühlte sich an wie Licht, das auf ein Riff trifft, oder wie ein Schatz auf dem Meeresgrund. Warmes Gold vor dem kühlen, tiefen Blau. Dieser Kontrast – tiefes Blaugrün und brüniertes Gold – ist genau das, was Goldfolie bewirkt, wenn sie auf dem richtigen Farbgrund landet.



Schau dir den Entstehungsprozess an
Wenn du sehen möchtest, wie diese Seite entstanden ist, habe ich den gesamten Prozess gefilmt. Das Video findest du hier auf YouTube:



