Accordion Nature Journal | Mixed-Media-Seite mit Rilke, Vintage-Stanzteilen und handgeschöpftem Papier

Es hat etwas still Radikales, Kunst aus dem Nichts zu schaffen.

Mein Naturtagebuch im Leporello-Format hat genau eine Regel: Alles, was darin landet, muss entweder kostenlos sein oder aus meinem vorhandenen Vorrat stammen. Kein Einkaufen. Keine neuen Materialien. Nur der wunderschöne, chaotische Reichtum an Materialien, den ich im Laufe jahrelanger kreativer Arbeit bereits gesammelt habe.

A mixed media art journal spread on a painted green cardboard background. A collaged vase of vintage botanical flowers sits on the right. Stamped text across the left reads: "The earth is like a child who knows poems — Rainer M. Rilke." Small label at top reads "Grüne Nummer."

Diese Seite begann – wie so viele andere auch – mit Farbe. Ein kräftiges, selbstbewusstes Chartreuse-Grün, das ich in mehreren Schichten auf den Karton auftrug und wieder abkratzte, bis er Struktur und Leben gewann. Darunter spürt man noch immer die Geschichte der Oberfläche – Wellpappe, Seiten aus Telefonbüchern, der Geist von etwas, das einst etwas anderes war.

Was auf dieser Seite verwendet wurde:

  • Acrylfarbe – Grüntöne, Gelbtöne, ein Streifen in tiefem Rotbraun am unteren Rand
  • Vintage-Stanzblumen (aus meinem Vorrat – diese wunderschönen, leicht verblassten botanischen Drucke)
  • Stabilo All-Bleistift für Konturen und Details
  • Ein Streifen meines selbstgemachten Papiers
  • Gedruckte Wortfragmente, die das Rilke-Zitat bi

Das Rilke-Zitat habe ich aus einem meiner ausgedruckten Zitatblätter ausgeschnitten – ich bewahre ganze Seiten mit meinen Lieblingszitaten ausgedruckt auf, bereit zum Ausschneiden. Dieses hier war auf wunderschön gefärbtem Papier (wie ich es gefärbt habe? Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, und das passt genau zu einer Sammlung, die sich über Jahre hinweg angesammelt hat). Die Wörter wurden ausgeschnitten und einzeln auf dem grünen Hintergrund platziert, was diesen schönen, versetzten Eindruck eines Fundstücks

Die Blumen sind Vintage-Stanzteile, die ich aufbewahrt habe. Ich finde es toll, wie sie sich vor dem bemalten Hintergrund machen – illustrativ und ein wenig altmodisch, als wären sie aus dem Gartenbuch meiner Großmutter herausgeknipst. Die Vase habe ich direkt mit einem Stabilo All auf die Oberfläche gezeichnet, sie zunächst bemalt und dann ein Stück meines selbstgemachten Papiers darauf geklebt.

Dies ist kein Naturtagebuch im klassischen Sinne – keine sorgfältigen botanischen Studien, keine Feldskizzen. Es ist eher eine Empfindung der Natur. Es geht um Kreisläufe und um das Unbeschwerte und um jene Art von Fülle, die man entdeckt, wenn man aufhört zu kaufen und anfängt, das zu betrachten, was man bereits hat.

Weitere Seiten folgen, aber geniesst vorerst das Video unten

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